Social Design

Integration, Zusammenarbeit und ein systemisches Verständnis von Design, dass in der Lage ist Strukturen in kommunizierenden, sozialen Systemen zu erkennen, zu analysieren und in diesen zielgerichtet zu agieren ist die zu vermittelnde Kernkompetenz des vorgestellten Studiengangs.

Dieses Verständnis der Gestaltung von gesellschaftlichen Systemen ist dem der Sozialen Plastik von Joseph Beuys nicht unähnlich. Joseph Beuys entwickelte diesen Begriff, um damit seine Vorstellung einer gesellschaftsverändernden Kunst zu erläutern. Im ausdrücklichen Gegensatz zu einem formalästhetisch begründeten Verständnis, schließt das von Beuys propagierte Konzept dasjenige menschliche Handeln mit ein, das auf eine Formung der Gesellschaft ausgerichtet ist. Auch Design kann nach diesem beschriebenen integrativen Verständnis diese Systeme und Prozesse formen.

Damit wird der Designbegriff nicht mehr nur auf das Gestalten von Produkten und deren Bewerbung beschränkt sondern integriert die Entwicklungs- und Produktionsbedingungen, Nutzung und Verwertung sowie die Entsorgung der Produkte. Daraus ergibt sich der besondere Augenmerk des Studiengangs auf sozial relevante Fragestellungen als Ausgangspunkt des Verständnisses und die Anwendung von integrativem, systemischem und transmedialem Design – Social Design.

Diese Definition des Designprozessen nutzt bewußt Elemente der Sozial Wissenschaft und der Philosophie, die in der Lage sind Gesellschaftliche Strukturen zu beschreiben und Voraussagen über deren Entwicklungen zu treffen. Innerhalb diese Kontextes stehen uns mit Kommunikationsstrategie, Design Process Management, Design Thinking u.v.a. relevante Methoden zur Verfügung diese Erkenntnisse in strategische Empfehlungen um zu wandeln. Die Anwendung dieser Methoden als eine Kernkompetenz unserer Vorgehensweise basiert auf unserer Erfahrung, dass Kommunikationsprobleme sowie Forschungs- und Entwicklungsaufgaben effizienter gelöst werden können, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen in einem die Kreativität fördernden Umfeld unter Anleitung von Designern zusammenarbeiten.

Dieser Einsatz von Designmethoden, schon ab dem Beginn eines Projekts, gerade im Bereich Forschung und Entwicklung, führt uns zu relevanteren Fragestellungen, die die Bedürfnisse und Motivationen von Menschen ins Zentrum der Überlegungen rücken. Die daraus entwickelten Ideen werden in einem permanenten Prozess mit allen am Lösungsprozess beteiligten Personen, Unternehmen und Einrichtungen ständig
geprüft, abgeglichen und erweitert. So wird gewährleistet, dass alle Informationen und Ideen im Designprozess zusammenfließen und als zukunftsfähige Konzepte zurückgespiegelt werden können. Dies bündelt Informationen aller Beteiligten an einer strategischen Stelle und stellt sicher, dass wir relevante transdiziplinäre Lösungen und Konzepte verwirklichen.

Der Joint Master Degree Studiengang „Design Future Society“ ist die Antwort auf das wachsende Interesse von Studierenden sowie Unternehmen und Organisationen an interdisziplinärem und transmedialem Design und den daraus gewonnen kreativen Ideen, zukunftsweisenden Konzepten und effektiven Kommunikationsstrategien. Die Berufsaussichten für Designer mit diesem weltweit einzigartigen Profil sind deshalb überaus groß und variantenreich. Diese Nachfrage wächst auch ausserhalb der tradionellen Werbe- und Designagenturen in Richtung Forschung und strategischer Planung. Eine Reihe von neuen oder gewandelten Agenturen im In- und Ausland belegen diese Entwicklung.

Die besondere Auffassung von Social Design und seiner Funktion in sozial relevanten Zusammenhängen unterscheidet sich deutlich von vergleichbaren Angeboten europaweit.

Die Internationalität des Programms vermittelt zeitgenössische Praktiken, als Vorrausetzung zum besseren Verständnis der globalen Kommunikation.

Wir stellen die Bedeutung von „Design Thinking“ als heuristisches Instrument zur Lösung von sozial relevanten Fragestellungen sowie „Systemic Design“ und „Design Process Management“ in den Fokus unserer Ausbildung. Die britische Design Commission www.policyconnect.org.uk kommt zu ähnlichen Schlussfolgerungen und beschreibt das große Potential von Design Thinking in politischen Entscheidungsfindungs-Prozessen und hat dies in folgenden Studien dokumentiert: ‘Design and Behaviour in the Built Environment’, ‘Thinking, Testing, Making: A Manifesto for Design’ und ‘Designing Democracy’.

MA Design, Future, Society ist ein einzigartiges Programm, dass sich direkt den o.g. Entwicklungen und Fragestellungen stellt und junge Designer mit entsprechenden Fähigkeiten ausstattet, um sie für die Herausforderungen des Wandels in Gesellschaft und Wirtschaft zu rüsten.