GenderHealth Compass

Der Gender Health Gap beschreibt eine schmerzhafte Realität in unserem Gesundheitssystem: Weil die Medizin über Jahrhunderte hinweg den männlichen Körper als universellen Maßstab gesetzt hat, werden Symptome und Krankheiten bei Frauen bis heute oft verharmlost, falsch gedeutet oder erst nach vielen Jahren erkannt. Diese Masterarbeit macht deutlich, dass die Ursache dafür nicht allein in fehlender medizinischer Forschung liegt, sondern vor allem in einer tiefen Informations- und Kommunikationskrise. Wichtiges Wissen bleibt häufig in der Wissenschaft isoliert, während Betroffene im Praxisalltag mit ihren Beschwerden nicht durchdringen. Zugleich gibt es in Deutschland bereits viele wertvolle Hilfsangebote und Selbsthilfegruppen – diese sind jedoch so weit im Internet verstreut, dass Hilfesuchende sie kaum finden.

 

Hier setzt der GenderHealth Compass an. Anstatt eine weitere Organisation zu gründen, die mit bestehenden Initiativen um Aufmerksamkeit konkurriert, bündelt das Projekt die vorhandenen Kräfte als unabhängiger, orientierender Wegweiser. Entstanden ist ein durchdachtes System, das analoge und digitale Medien miteinander verbindet: Leicht verständliche Plakate und Flyer im Wartezimmer holen Patientinnen in einem Moment der Ungewissheit ab, nehmen Ängste und bereiten sie gezielt auf das oft sehr kurze Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt vor.

 

Die begleitende Webplattform vertieft dieses Wissen in klarer Sprache, visualisiert biologische Zusammenhänge über intuitive Bildwelten und hilft dabei, verlässliche Fachzentren sowie Unterstützungsmöglichkeiten schnell zu entdecken. Getragen vom Grundsatz, niemals in einer Sackgasse zu enden, bietet jeder Inhalt konkrete nächste Schritte – damit Frauen nicht ratlos zurückbleiben, sondern ihre Gesundheit informiert, gestärkt und auf Augenhöhe einfordern können.

Elisabeth Groh

 

Masterarbeit Sommersemester 2026

Betreut von: Prof. Axel Kolaschnik

Zweitkorrektor: Prof. Jean-Claude Hamilius

 

Kontakt

elisabethgroh98@remove-this.gmail.com