Augmented Reconstruction

Augmented Reality als Rekonstruktionswerkzeug der Bauforschung

Interdisziplinäre Methodenentwicklung in den Mixed Realities am Beispiel der römischen Weltkulturerbestätten Triers

Finanziert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft

 

Projektbeschreibung:

Architektur ist dreidimensional. Dementsprechend werden dreidimensionale Bestands- und Rekonstruktionsmodelle verlorener Gebäudezustände in der historischen Bauforschung als heuristisches Werkzeug begriffen. Sie sind nicht nur Vermittler bestimmter visueller Vorstellungen, sondern tragen entscheidend dazu bei, unser Verständnis zu Bauabläufen, Bauphasen, Raumgestaltung oder konstruktiven Zusammenhängen bis hin zu Detaillösungen zu klären. Die inhaltliche Bedeutung und Aussagekraft dieser Modelle steht in enger Beziehung mit dem realen Objekt, ihr Entstehungsprozess ist in aller Regel jedoch von diesem losgelöst.

 

Mithilfe der technischen Möglichkeiten der Augmented Reality (AR) wird in diesem Projekt genau dieser Entstehungsprozess dieser Rekonstruktionsmodelle erstmals direkt mit dem Untersuchungsobjekt verbunden und damit die Rekonstruktionsmethodik neu definiert. Allein durch die immersive Wirkungsweise der Augmented Reality, also der Überlagerung von realer Umgebung und virtuellen Inhalten, wird die Arbeit an der Rekonstruktion direkt am Objekt in drei Realitätsebenen erst möglich. So wird der tatsächlich existierende Gebäudebestand (erste Ebene) mit dem digital erfassten Gebäudebestand (zweite Ebene) verknüpft, um darauf unmittelbar am Objekt die virtuelle Rekonstruktion aufzubauen (dritte Ebene).

 

Ein integraler Bestandteil dieses innovativen Ansatzes zur Umsetzung und Überprüfung von Arbeitshypothesen, architektonischen Möglichkeiten und ersten Rekonstruktionsansätzen ist die Vernetzung aller am Rekonstruktionsprozess beteiligten Personen am Objekt. Über eine breite, inter- und transdisziplinär ausgerichtete Diskussion wird die disziplinäre Expertise erweitert; die Ergebnisse dieser kollaborativen Arbeit finden unmittelbar in der Rekonstruktion ihre Umsetzung. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Arbeitswerkzeuges zur methodischen Anwendung dieses neuen Ansatzes. Die Erprobung und Entwicklung des Werkzeuges erfolgt im Rahmen dieses Projektes am Beispiel der kaiserzeitlichen Barbarathermen in Trier.

 

Das erwartete Ergebnis des Projekts ist ein digitales Anwendungswerkzeug, das den Benutzern ermöglicht, in einer AR-Umgebung an ihren zu untersuchenden Objekten zu rekonstruieren und das nach Projektende offen zur Verfügung gestellte Werkzeug bei Bedarf zu erweitern.

 

Projektleitung

Dr.-Ing. Clemens Brünenberg

 

 

Technische Leitung

Prof. Dr.-Ing. Martin Kim
Fakultät für Gestaltung, Institut für zeitbasierte Medien, Hochschule Mannheim

 

Kooperationspartner

Rheinisches Landesmuseum Trier

Architekturreferat an der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts, Berlin

Kompetenzzentrum für Virtual Engineering Rhein-Neckar (KVE)

 

Weitere Informationen: 

https://www.archaeologie.architektur.tu-darmstadt.de/forschung_klarch/forschungsprojekte_klarch/augrec_klarch.de.jsp