Küchen – gastrosophische Betrachtungen
Wer kocht eigentlich wen? Inwiefern und warum ist Kochen als Lebenskunst relevant? Welche Probleme gehen mit der geschlechterspezifischen Vereinseitigung reproduktiver Arbeit einher? Was ist an der Esskulturindustrie zu kritisieren? Welche Gefahren gehen mit einer gastrosophischen Fremdbestimmung einher? Wie überwinden wir diese und wie gestalten wir eine Küche, die der kochkünstlerischen Praxis einen Raum gibt?
Und weil es letztendlich immer darum geht, wie wir unserem Leben einen Sinn geben können und wie wir leben wollen – welche Rolle spielt das Kochen für uns und die Welt?
In der Gastrosophie treffen Essen, Kultur und Gesellschaft aufeinander. Philosophie und Geschmack. Ernährung und Erkenntnis. Es geht darum, Speisen und Getränke mit Verstand zu genießen, aber auch um die Fragen der Lebenswelt bezüglich des Einkaufens und des Kochens.
Da die Kochkunst bislang in der philosophischen Ästhetik unbeachtet blieb, möchte ich dieser traditionellen Abwertung entgegenwirken und ihre Bedeutung hervorheben.
Küchen sind schließlich die Entstehungsherde menschlicher Evolution und Kultur und werden, auch weil es sich um traditionell weiblich besetze Räume handelt, unterschätzt. Vielleicht hätten wir heute eine andere Beziehung zum Kochen, wenn Platon und seine Schüler dem Kochen nicht seine künstlerische Bedeutung und philosophische Ästhetik abgesprochen hätten.
Da Fragen immer haltbarer als Antworten sind, möchte ich in meiner Arbeit Grundlagen für fundierte Fragen liefern. Um mich mit dem Thema der Gastrosophie auseinanderzusetzen, habe ich fünf unterschiedliche Küchen in Südkorea und Thailand beobachtet. Da ich in Deutschland aufgewachsen bin, ist mir die südkoreanische und thailändische Kultur mehr fremd als bekannt, was mir erlaubt, den Küchenraum aus einer anderen Perspektive zu betrachten und neue, unvoreingenommene Einsichten zu gewinnen.
Marie Hoffmann
Bachelorarbeit SS 2025
Betreut von: Dr. Enzmann
Zweitkorrektor: Nadine Zimmer
Kontakt
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