Schöneberger – Die Eigenartigkeit der Dinge
„Man stelle sich vor, jedes Mal, wenn ein Mensch etwas Schönes, ganz Eigenartiges vor sich findet, was sein Herz erwärmt, geht über ihm wie durch Magie ein kleines Licht auf. Wenn nun jeder Mensch sein Herz öffnet für Schönes, auch im Unscheinbaren, wie viele Lichter mögen dann zeitgleich über allen Köpfen aufgehen und, selbst wenn vieles in der Welt dunkel sein mag, wie viel heller mag sie dann doch trotzdem, alleine dadurch, sein?“
Das Werk „Schöneberger – Die Eigenartigkeit der Dinge“ befasst sich mit dem Begriff der Ästhetik abseits des klassisch Schönen: dem Schönen im Irritierenden, Fragwürdigen bis hin zur Entstehung von Anziehung.
Die 433-seitige Arbeit gibt insgesamt zwölf ästhetischen Rubriken wie Kitsch oder Abstoßendem Raum und bietet pro Rubrik Einblick in ein fotografisches Archiv aus Objekten, die die jeweilige Ästhetik repräsentativ bebildern.
Begleitet wird die Objektschau sowohl von freiem, anekdotischen Text als auch von sachlichem Bezug zu Literatur. Das Werk beleuchtet in diesem Rahmen das Zusammenspiel von Mensch und Ästhetik und befasst sich mit gesellschaftlichen Phänomenen wie der Angst vor Hässlichkeit oder dem Widerstand gegen in der Gesellschaft gängige Ideale.
Diese Arbeit wurde ins Leben gerufen, um das Auge zu schärfen für Dinge, auf die ein zweiter Blick, meines Erachtens, lohnt. Dinge, die oft drohen, belächelt, verachtet oder sogar ganz unbemerkt zu bleiben und denen ein wertfreier, aufgeschlossener, neugieriger Blick zur
Ausschöpfung ihres Potenzials verhelfen kann. Dinge, die zum Unscheinbarbleiben doch viel zu besonders sind. Denn was das Individuum schlussendlich lebendig hält, ist seine Individualität – und die entsteht durch Raum für Eigenartigkeit.
Emma Konrad
Masterarbeit Wintersemester 25/26
Betreut von: Prof. Dr. Thomas Friedrich
Zweitkorrektor: Dr. Deborah Enzmann
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